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Krieg in Europa!

Ich bin jetzt 51. Und obwohl ich so viel älter bin als ihr SchülerInnen, habe ich nicht für möglich gehalten, was jetzt passiert, habe ich etwas Derartiges noch nicht erlebt. Ja, es gab den Jugoslawienkrieg mit all seinen Schrecken und Massakern, die ich garantiert nicht beschönigen will. Hier haben, vereinfacht gesagt, die Völker in einem zerfallenden Staat erst Wege finden müssen, das Gebilde „Jugoslawien“ so aufzuteilen, dass sie wieder friedlich neben- und miteinander leben können.

Was jetzt passiert, ist aber doch etwas ganz anderes. Russland, eine Atommacht unter der Führung des diktatorisch agierenden Vladimir Putin, greift einen demokratischen europäischen Staat an, marschiert unter fadenscheinigen Gründen ein und möchte ganz offensichtlich das ganze Land, die gesamte Ukraine, unter seine Kontrolle bringen.

Das macht mich fassungslos. Etwas unsicher. Recht ratlos. Und ziemlich wütend. Mich/uns würde interessieren, wie es euch damit geht, wie ihr die Situation beurteilt, was euch bedrückt, beunruhigt, berührt.

Unlängst war ich beim Lichtermeer. Mein Gefühl war etwas seltsam. Klar, ich war für eine gute Sache dort, habe mein Kerzlein mitgebracht und entzündet. Hat das mehr gebracht als mein Gewissen (nicht) zu beruhigen? Die von der Menge auf Ukrainisch gerufenen Sprüche habe ich nicht verstanden. Ich wollte mitfühlen und habe doch gemerkt, wie wenig Ahnung ich davon habe, wie es schon den Angehörigen hier gehen muss. Nicht zu reden, von denen in der Ukraine, schon gar nicht von jenen, die den Raketen, den Schüssen, der Gewalt direkt ausgesetzt sind. Das alles passiert so nah von uns. Ich kann und will es immer noch nicht begreifen – wohl auch, weil ich es nicht will.

Bist du betroffen? Hast du Bekannte, Verwandte, Freunde in der Ukraine? Wir teilen gern deine Gedanken.

(Schick einfach ein Mail an redaktion@kmon.at.)

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