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Schach & Intelligenz

Muss man für Schach schlau sein? Oder ist es gar umgekehrt: Macht Schach schlau? Ich, als Schachspieler, aber auch sehr viele andere Leute – Schachspieler wie Wissenschaftler – haben sich dies schon gefragt. In diesem Artikel, gegliedert in 2 Absätze nach den Fragen, fasse ich einmal die bisherigen Erkenntnisse der Wissenschaft dazu zusammen.

Muss man schlau sein, um Schach spielen zu können?

Diese Frage kann ich als seeeeehr schlauer Schachspieler selbst beantworten. Nein, Spaß beiseite. Ich selbst bin jetzt zwar nicht dumm, aber auch kein Genie. Es ist so: Ein strohdummer Mensch wird nicht einfach so Großmeister werden, hier braucht es ein gutes räumliches und vor allem Vorausdenken. Aber aus purer Intelligenz wird man auch nicht einfach so gut. Schach ist wie jeder andere Sport: Hier braucht es kontinuierliche Übung, viel Training für verschiedene Bereiche, und natürlich ganz viel Praxis. Dennoch gibt es einige Studien, welche belegen, dass gute Schachspieler auch einen allgemein höheren IQ-Wert haben. Das bringt uns zum nächsten Punkt:

Macht Schach schlau?

Hierfür wurde eine Studie (Chessbase: Studie: Schach verbessert schulische Leistungen und soziale Kompetenz) in einer Grundschule in Trier durchgeführt.
Dort wurde in einer Klasse zusätzlich zu normalen Fächern noch Schach angeboten. Dort wurden eindeutige Ergebnisse gefunden:
a) Eine signifikante Verbesserung des Wahrnehmungsvermögens und der Konzentration.
b) Ein signifikanter Intelligenzanstieg.
c) Deutlich höhere Werte bei Leistungsmotivation und Sozialkompetenz erwiesen.
Im US-Bundesstaat Texas wurde eine vergleichbare Studie durchgeführt. Dritt- bis Fünftklässler, welche die Schulschach-AG besuchten, machten dort einen doppelt so hohen Fortschritt in Mathematik als andere Schüler.

In einem anderen Artikel (focus.de – Das sind die 10 Vorteile von Schach) wird außerdem erwähnt, dass regelmäßiges Schach ordentlich das Gehirn trainiert. So wird der IQ gesteigert, Alzheimer vorgebeugt, kreatives Denken und die Problemlösungsfähigkeit gefördert, außerdem wird Planung trainiert. Ein anderer großer positiver Punkt des Schachspielens ist das Training und die Verbesserung des Gedächtnis.

Im Punkto Verbesserung des Gedächtnis: Der Spiegel (Artikel: „Genieblitze und Blackouts“) hat mit dem Ex-Weltmeister Garry Kasparov einige Tests gemacht, um festzustellen, ob dieser überdurchschnittlich schlau ist. Dabei kam es zu interessanten Ergebnissen: Im Punkt Gedächtnis sowie Zahlen war Kasparov „einsame Spitze“. Doch während Kasparov eine Schachstellung binnen Sekunden überblicken und analysieren kann, fehlt ihm anscheinend ein allgemeines figural-bildhaftes Denken. Bei verbalen Aufgaben war Kasparov leicht über dem Durchschnitt, aber wirklich nur im logischen Denken war er dem Durchschnitt weit voraus.

Das Fazit also: Man muss nicht besonders schlau sein, um gut in Schach zu sein. Nur muss man viel trainieren. Und dann kann man durchaus mit positiven Effekten rechnen, so zumindest die Studien. Und natürlich kann Schach einfach sehr viel Spaß machen. Also: Probierts doch mal aus!

Sebastian Bitzan (7m) ist leidenschaftlich & im Verein Schachspieler – Ex-Jugend-Vizelandesmeister –, in Ausbildung bei der Feuerwehr in Guntramsdorf, politikinteressiert und debattierfreudig!

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