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Auswirkungen des Russland-Ukraine Kriegs auf die internationale Raumfahrt

Der aktuelle Krieg erschĂŒttert uns alle. Doch Auswirkungen hat dieser nicht nur in Politik, Gesellschaft & Co., sondern auch in anderen durchaus auch wichtigen Bereichen. Dazu zĂ€hlen unter anderem Wissenschaft & Forschung – ein großer (und aktueller) Punkt hier ist die Raumfahrt, welche sich bis jetzt ja noch aus der Politik herausgehalten hat.

Raumfahrt & Politik – Geschichte

Die Raumfahrt versucht sich ja mittlerweile aus der Politik herauszuhalten – und doch ist sie schon manchmal ein politisches Thema. Das letzte Mal, als die Raumfahrt mit der Politik und militĂ€rischen Aktionen verknĂŒpft war, war wĂ€hrend des Kalten Krieges – einem Wirtschaftskrieg (samt realen Stellvertreterkriegen) zwischen USA und der Sowjetunion – und dem damit verbundenen „Wettlauf ins All“.

Dort gab es ja gewissermaßen einen Wettkampf zwischen den USA und der damaligen UdSSR, wer als erster den Mond erreichen konnte. Damals herrschte ein großes Interesse am Weltraum, da dessen „Nutzung“ viel zur Forschung beitragen kann, dessen Beherrschung aber auch militĂ€risch-politische Vorteile bringt, zum Beispiel durch Satelliten. Diese können zur Spionage oder auch fĂŒr den Abschuss bestimmter Waffen genutzt werden. Damals im Kalten Krieg war dies noch nicht möglich, fĂŒr wichtige Spionage z.B. mussten daher Flugzeuge eingesetzt werden, was gewisse Risiken wie entdeckt und abgeschossen zu werden barg. Deswegen wurde zu dieser Zeit eben sehr viel Geld in die Raumfahrt gepumpt.

So konnte 1957 von der Sowjetunion zum ersten Mal ein Satellit starten, und 1961 konnte die UdSSR den ersten Menschen ins All bringen. 1969 geschah dann durch die USA das bisher unmöglich Geglaubte, zum ersten Mal marschierte ein Mensch auf dem Mond. Nach dem Kalten Krieg, 1993, wurde dann von den USA und Russland der Plan fĂŒr eine Internationale Raumstation – ISS – erstmals bestĂ€tigt. Dies lĂ€utete eine Ära der friedlichen Raumfahrt mit Zusammenarbeit ein, anstatt des davor dagewesenen Wettlaufs.

Doch was hat all das mit der Gegenwart zu tun? Alles gut, oder? – Nun ja, nicht ganz.

Aktuelle Lage

Nach der Annexion der Krim 2014 marschiert am 24. Februar 2022 die Atommacht Russland endgĂŒltig und mit voller StĂ€rke in den souverĂ€nen und unabhĂ€ngigen Nachbarstaat Ukraine ein. Es gibt keinen anerkannten Kriegsgrund, es sterben viele Zivilisten und es gibt bereits jetzt viele VorfĂ€lle mit Beweisen fĂŒr Kriegsverbrechen von russischen Soldaten an ukrainischen Zivilisten, darunter (Massen-) Hinrichtungen und Vergewaltigungen. Die internationalen Reaktionen – vor allem des Westens, aber auch die von BĂŒrgern westlicher LĂ€nder – fallen entsetzt aus. Nach einer Ära des Friedens, im 21. Jahrhundert, ist so etwas noch möglich? Relativ schnell setzen westliche LĂ€nder auf Sanktionen (Strafmaßnahmen) gegen Russland und unterstĂŒtzen die Ukraine finanziell und durch Waffenlieferungen. Eine „No-Fly-Zone“ oder andere militĂ€rische Operationen werden jedoch unterlassen, um eine NATO-Russland Konfrontation zu vermeiden, da diese sehr wahrscheinlich in einem 3. Weltkrieg bzw. Atomkrieg enden wĂŒrde.

ZurĂŒck zur Raumfahrt. Aufgrund der westlichen Sanktionen hat Russland kĂŒrzlich (Stand: 04. April 2022) angekĂŒndigt, dass als Vergeltungsmaßnahme ein Ausstieg aus der Internationalen Raumstation ISS eine Möglichkeit wĂ€re. Dies wĂ€re fĂŒr die Internationale Raumfahrt ein großer RĂŒckschlag. Mit dem Ende der ISS wĂŒrde das auch ein zumindest kurz- bis mittelfristiges Ende der menschlichen Raumfahrt bedeuten. Die US-amerikanische Raumfahrtbehörde NASA und private Raumfahrtbehörden wie SpaceX oder BlueOrigin haben zwar eigene ZukunftsplĂ€ne um Menschen ins All bzw. wieder auf andere Himmelskörper wie den Mond zu bringen (siehe Mission Artemis, evt. kommt hier in der Zukunft ein Beitrag), jedoch wĂ€re ein Ende der ISS vor allem schlimm fĂŒr die europĂ€ische Raumfahrtbehörde ESA. Diese hat derzeit nicht die eigenen Mittel ins All zu kommen und war bis jetzt auf die Zusammenarbeit Russlands und der USA angewiesen, um selbst Forscher auf die ISS bzw. generell ins All zu bekommen.

Wie realistisch so ein Ausstieg ist, ist fraglich, jedoch weit entfernt von unmöglich. In jedem Fall wĂ€re es schlimm und wĂŒrde unsere Forschung weit zurĂŒckfallen lassen. Hoffen wir also, dass sich alles irgendwie beruhigt. Und hoffen wir vor allem auf einen schnellen baldigen Frieden in der Ukraine.

#WeStandWithUkraine

Sebastian Bitzan, April 2022

Quellen / Belege:

Menschenrechtsverletzungen durch Russische Soldaten:

NGO Human Rights Watch

Guardian Artikel

Kyiv Independent (ACHTUNG: teils verstörende Inhalte/Bilder)

Sebastian Bitzan (7m) ist leidenschaftlich & im Verein Schachspieler – Ex-Jugend-Vizelandesmeister – sowie bei der Freiwilligen Feuerwehr in Guntramsdorf tĂ€tig, politikinteressiert und debattierfreudig!

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