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Fast Fashion

Fast Fashion ist ein Begriff, der uns im Alltag in der Mode- und Shoppingwelt immer wieder begegnet. Doch was bedeutet Fast Fashion eigentlich und wie kann man die negativen Auswirkungen von Fast Fashion vermeiden?

Fast Fashion ist ein Geschäftsmodell in der Modeindustrie, bei dem sehr schnell trendbezogene Kleidung designt und zu niedrigen Preisen produziert und schließlich auch verkauft wird. Das klingt zuerst einmal für den Konsumenten vorteilhaft, jedoch muss man bedenken, was hinter dieser Produktion steht.

Entstehung von Fast Fashion

Die Herstellung von Kleidung war bis ins 19. Jahrhundert meist noch sehr teuer und umständlich, bis im Zuge der Industriellen Revolution neue, effektivere und schnellere Maschinen zur Produktion erfunden wurden. Während des Zweiten Weltkriegs gab es dann Standardgrößen bei Kleidung und in der Nachkriegszeit versuchten Hersteller die Wünsche ihrer Kunden und Kundinnen vorherzusagen. In den 1960er Jahren schuf dann die junge Generation neue Trends. Während den 1990er Jahren begann die „schnelle“ Mode schließlich so richtig zu boomen, man schaute sich Designs von großen Herstellern ab und produzierte sie schnell und günstig.

Probleme

  1. Da die Kleidung so trendbezogen und schnell produziert wird, landet sie auch viel häufiger schnell im Müll. Wenn ein Kleidungsstück nicht mehr als modisch gilt, wird dieses statt es weiterzuverkaufen oder weiter zu benutzen einfach in den Müll befördert. Die Marken haben so oft neue unterschiedliche Kollektionen, dass Leute immer mehr den Drang haben, die „neuesten Trends“ zu besitzen und ihre alten Klamotten einfach loszuwerden.
  2. Ein gewichtiges Problem ist natürlich auch die Rücksichtslosigkeit während der Herstellung. Fast Fashion wird häufig aus Baumwolle hergestellt. Diese Baumwollpflanzen werden jedoch öfters von Schädlingen befallen, weshalb oft mit Pflanzengiften gearbeitet wird. Diese Pflanzengifte sind zum einen schädlich für den Boden und das Grundwasser, jedoch auch für die Arbeiter, welche dadurch unter schlechten Bedingungen arbeiten müssen. Außerdem verbraucht der Anbau der Baumwollpflanzen viel Süßwasser.
  3. Diese Baumwolle muss jedoch auch gesponnen, gefärbt und genäht werden. Dies geschieht meistens irgendwo im asiatischen Raum, wo die Näher/innen so gut wie immer extrem lang, schwer und unter schlechten Bedingungen für wenig Geld arbeiten. (mehr zu schlechten Arbeitsbedingungen auch im Artikel „Shein-die Fast Fashion Marke“)
  4. Natürlich gibt es andere Stoffe, wie z.B. Polyester, jedoch ist das nicht wirklich besser. Polyester wird aus Erdöl hergestellt, wofür man sehr viel Energie benötigt und viel Kohlendioxid freigesetzt wird. Außerdem wird beim Waschen von Polyester Mikroplastik ins Abwasser freigesetzt. Mikroplastik sind winzig kleine Plastikteile, die im Meer und in Flüssen schwimmen. Diese landen dann meistens in den Mägen von Tieren oder in unserem Essen.

Eine riesiges Problem ist auch, dass man oft nicht weiß, welche Läden genau zu der Kategorie „Fast Fashion“ dazugehören. Deshalb habe ich hier noch eine Liste von bekannten Läden zusammengestellt, von denen ihr möglicherweise nicht wusstet, dass sie tatsächlich Fast Fashion produzieren:

Primark, C&A, Esprit, Forever 21, Mango, New Yorker, s. Oliver, Urban Outfitters…

Die Fast Fashion Marken mit dem höchsten Umsatz im Jahr 2020 waren: Unternehmen der Gruppe Inditex z.B. Zara, Bershka, Massimo Dutti, Pull & Bear (20 Milliarden Euro) und H&M (18 Milliarden Euro).

Doch was kann man denn tun, um möglichst nachhaltig einzukaufen und zu verkaufen?

  1. Einfach weniger Kleidung kaufen und Dinge länger tragen! Durch Fast Fashion und viele aktuelle Trends wird man oft dazu verleitet, oft neues Gewand zu kaufen. Da rate ich einfach dazu, nicht trendorientierte Kleidung zu erstehen, sondern einfach zu monochromatischen also einfarbigen) Kleidungsstücken zu greifen. Die kann man dann zu jeder Art von Dingen kombinieren und möglichst lange verwenden.
  2. Damit kommen wir zum nächsten Punkt: Kleidung länger tragen. Wir leben in einer Wegwerfgesellschaft! Sehr oft werden noch intakte Kleidungsstücke einfach weggeworfen. Ich würde raten Kleidungsstücke zu spenden, zu verschenken oder zu verkaufen.
  3. Second-Hand: Second Hand Läden gibt es eigentlich an jeder Ecke. Man kann dort nicht nur Sachen kaufen, sondern auch abgeben. Besonders empfehlen würde ich Vinted und Willhaben. Zwei große Plattformen, wo es viel Auswahl an tollen (benutzten) Kleidungsstücken für jedermann/-frau gibt.
  4. Auf Qualität achten! Wie kann man erkennen, ob ein Kleidungsstück lang halten wird:
    1. Wie lange halten andere Kleidungsstücke von diesem Hersteller?
    2. Wie fühlt sich das Material an und wie sehen die Nähte aus?
    3. Riecht die Kleidung unangenehm? (besonders wichtig bei Second-Hand)
    4. Hat es irgendwelche Markenkennzeichen oder Siegel (GOTS, IVN..)?

Fast Fashion ist ein riesiges Problem in unserer Gesellschaft und es ist nicht leicht nachhaltig einzukaufen. Ich hoffe jedoch, dass dieser Artikel euch in Zukunft helfen kann, ein bisschen auf Fast Fashion zu verzichten und eure Kleidung bewusster einzukaufen und zu entsorgen. :))

Clara Weichbold

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