Keim-Inside

Interview mit unserer Schüler*innencoachin

Wer ist das eigentlich?

Mit einem Lächeln öffnet Frau Secco die Türe. Sie hatte heute schon einige Gespräche, mit Schüler*innen, Klassenvorständen, Eltern und Lehrkräften. All das gehört zu ihrem Beruf, denn sie will Schüler*innen bei ihren Problemen unterstützen und dazu gehört auch das Gespräch mit anderen, denn viele Probleme gehen deutlich tiefer. Als Betreuungsperson ist sie zuständig für Schüler*innen die im pädagogischen Sinne Unterstützung brauchen. Also für Probleme oder Dinge, über die wir Schüler*innen nicht mit unseren Lehrern sprechen können, sie ist nämlich „von außerhalb eine externe Person, die die meisten Lehrer gar nicht kennt, das heißt [sie hat] kein Bild zu dem Lehrer“. Zu ihr kommen können wir „egal welches Thema es betrifft, ob es jetzt das Lernen ist, Probleme sind, Liebeskummer ist, Konflikte sind, Streitigkeiten sind, Mobbing ist oder der Lehrer ist oder welche Situation auch immer.“ Aber auch, wenn man sich nicht sicher ist, kann man ihr auf jeden Fall einen Besuch abstatten und in einem Erstgespräch klären, ob es einen Gesprächsbedarf gibt.

Was macht sie so?

Einen Tag in der Woche, am Dienstag bzw. Mittwoch, ist Frau Secco bei uns, einen Tag unterrichtet sie an ihrer Schule, einen Tag an der Hochschule und den Rest der Zeit ist sie im Rahmen ihrer Selbständigkeit in Form von Mediationen, Supervisionen etc. tätig. Damit einher gehen auch viele Zusatzausbildungen, die uns Schülern zu Gute kommen. So steht sie uns bei Streitigkeiten u.Ä. mit ihrer Erfahrung und Unterstützung zur Seite. Zusätzlich hat sie auch Ausbildungen im Bereich Lerncoaching, also „Lernen lernen“ und ist besonders sensibel, wenn es in die Richtung Mobbing geht. All das erklärt die Schüler*innencoachin mit einer unglaublichen Ruhe und beantwortet auch sämtliche Zwischenfragen geduldig. Sogar ich, als Interviewer, merke, wie sehr wir Schüler*innen ihr am Herzen liegen.

Wie ist das eigentlich zwischenmenschlich?

Am extra freigehaltenen Wochenende gilt dann doch „Familie geht vor“. 20 Jahre verheiratet und mit zwei fast erwachsenen Söhnen wird dann auch gemeinsam Zeit verbracht und entspannt. Die wichtigste Fähigkeit für Schüler*innencoaches sind übrigens Empathiefähigkeit und der Wille den anderen zu verstehen und zu unterstützen, die Frau Secco auch im Alltag helfen. Ein Tipp für emotionale Gespräche ist, erzählt sie mir, Gefühle, die bei einem Selbst auftreten, anzusprechen und so zu schauen, ob der andere das genauso wahrnimmt. Damit könnten viele Missverständnisse aus der Welt geschaffen werden und Situationen kommen nicht so nah an einen selbst heran.

Sogar wie wir sie arbeitslos machen würden, verrät Frau Secco mir und wünscht es uns Schüler*innen mit einem Lachen. Dafür sollten wir uns mehr austauschen. Einander Zeit schenken und dem anderen zuhören, nicht gleich reagieren, sondern den anderen erzählen lassen und dann den Blick in die Zukunft richten. Auch über Lernstrategien sollten wir uns mehr austauschen, da hier jeder etwas mitnehmen kann. „Arbeitslos würde ich dann sein, wenn ihr so ein Peersystem schafft und euch viel Zeit schenkt Das würd‘ ich euch wünschen, nicht, dass ihr mich arbeitslos macht, aber auch das wäre okay, dann würde ich mich freuen, weil dann ist euch etwas gelungen: dass ihr ein Ohr für einander habt und euch gegenseitig, das was euch gut gelingt, mitteilt, im Zeitalter der Social Medias.“

Am Schluss unseres knapp einstündigen Gesprächs stellte ich noch einige kurze Fragen:

Jakob: Was ist wichtig, dass wir über Sie wissen?

Frau Secco: Dass ihr mir als Person sehr wichtig seid und dass ich ehrlich mit euch umgehe. Also die Ehrlichkeit. „Authentisch“ steckt da auch ein bisschen drinnen.

Ihr Lieblingsfach in der Schule war…

Sport

Wie war das dann mit Psychologie?

Das hat sich ergeben

Zuhause ist für Sie …

Zuhause ist ein wirkliches Zuhause, ein Ort des Ankommens, ein Ort der Ruhe, ein Ort der Familie.

Was wünschen Sie sich?

Was wünsche ich mir? Ich wünsche mir, dass jeder seinen Beitrag dazu leistet mit anderen sehr wertschätzend umzugehen, im Sinne von: eine Haltung einzunehmen die für jemanden spricht und nicht gegen jemanden spricht.

*Das Schüler*innencoachingsystem besteht inzwischen seit knapp 10 Jahren, wobei Frau Secco seit ungefähr 3 Jahren bei uns an der Schule ist. Auch Professor Tobischek von unserer Schule ist Teil dieses Projekts (am Gymnasium in Gainfarn), in dessen Rahmen sich auch die teilnehmenden Lehrer regelmäßig treffen und besprechen, wie es gerade läuft; anonymisiert natürlich.

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