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Fantastische Tierwesen und wieso der Wahnsinn aufhören muss

Leute, wir müssen reden. Ich liebe Harry Potter. Egal was ihr dazu sagt, diese Bücher, Filme, Comics, Fanartikel, Zauberstäbe, Geschichten, Welten waren meine Kindheit und meine Pubertät und eigentlich auch mein – na, was auch immer das jetzt ist, worin ich feststecke. Was gäbe es also für ein besseres Vor-Weihnachtsgeschenk für mich, als einen neuen Film über die Welt der Hexen? Naja, fangen wir so an: Es gäbe definitiv bessere Vorweihnachtsgeschenke. Ein von Viertklässlerinnen unanständig beschmiertes Mathebuch. Ein in Omas Jackentasche aufgetauchtes Taschentuch, von dem niemand weiß, ob sie sich nicht bei ihrem ersten Beatles-Konzert reingeschnäuzt hat. Ihr müsst euch das so vorstellen: Meine Freunde und ich – umringt von einer Horde von Menschen in Hogwarts-Roben und 3D-Brillen sitzen im Kino. Das Warner Brothers Logo. Ein dunkler Nachthimmel. Hedwigs Theme. Alles wird gut. Dann, plötzlich, eine Verfolgungsjagd. Der mit den grindigen Haaren ist Grindelwald. Der flieht aus dem Gefängnis, mit Vielsafttrank. Wie das auch nur circa funktioniert haben soll, erklärt keiner. Der Praktikant im Schnittstudio wollte anscheinend zeigen, was er drauf hat und schneidet. Viel zu früh. Niemand hat verstanden, was passiert ist. So geht das zweieinviertel Stunden lang weiter.

Hauptcharakter Newt läuft die ganze Zeit mit einem Koffer voller Tiere herum. Die sind, wie immer, süß. Bei den Animationen sind ganz klar Profis am Werk – jetzt fehlen nur noch welche fürs Drehbuch, die Kameraführung und den Schnitt, und wir hätten einen guten Film. Aber nein.

  Stattdessen bekommen wir:
  1. zwei uncharismatische Pärchen
  2. einen Hauptcharakter, dem drei Frauen hinterherrennen. Eine davon hat nur zwei Minuten Screen-Time. Der zweiten sagt er, ihre Augen sähen aus wie Salamander. Die dritte dated seinen Bruder und hat außerdem ihren Bruder irgendwie umgebracht.
  3. einen Dude, der die ganze Zeit herumläuft, und Leute fragt, ob sie wissen, wer er ist, wo er herkommt, oder wer seine Eltern sind.
  4. Eine Professor McGonagall, die nur kurz über die Bühne huscht und damit die gesamte Timeline zerstört, weil sie zum Handlungszeitpunkt eigentlich noch gar nicht auf der Welt sein dürfte. Spätestens hier denke ich nur mehr: Mach, dass es aufhört.
  5. Viel, viel, viel zu schnelle Schnitte, die so wirken, als hätte man den Praktikanten vierundzwanzig Stunden lang allein im Schnittstudio gelassen.
  6. Einen Bösewicht, hinter dem immer  – ala Bond-Girl – eine elegante Frau steht, die – ala Bond-Girl – im ganzen Film zwei Sätze sagt.
  7. einen Dude, der, nachdem er die ganze Zeit herumgelaufen ist und Leute gefragt hat, ob sie wüssten, wer er sei, herausfindet, wer er ist: Noch ein Bruder von Dumbledore. Das ist anscheinend nämlich neuerdings Rowlings Lösung für alles: Ein neuer Bruder für Dumbledore. Mach ich bei meiner nächsten Prüfung vielleicht auch: „Wer hat Kabale und Liebe verfasst?“ Irgendein Bruder von Dumbledore halt. Ist ja wurscht, ob das Sinn macht, solange sein Vorname auch ja mit einem A beginnt.
Leute, ich hab so viele Fragen. Wo kommt dieser Bruder her? Hatte wirklich niemand eine bessere Idee? Wie viele meiner Sünden habe ich in diesen zwei Stunden im Kino abgebüßt? Muss ich jetzt vor Weihnachten nicht mehr beichten gehen? Geht’s hier um „Grindelwalds Verbrechen“ oder um Rowlings Verbrechen an der Filmgeschichte? Wer hat den Praktikanten im Schnittstudio alleine gelassen? Hauts eure Theorien in die Kommentare! Man liest sich, SuSa

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